Schnelles Internet bis ins Haus

Der Tiefbau ist die kostenintensivste Komponente einer Netzinfrastruktur, eine Mitverlegung weiterer Medien stand deshalb von Anfang an im Focus. Die Unterversorgung des Ortes mit schnellem Internet und der Steuerungsbedarf der Hausübergabestationen führten zum Entschluss, ein Glasfasernetz parallel mit zu verlegen. Im Oktober 2010 wurde der Förderwettbewerb „Modellprojekte für den Breitbandausbaues“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ausgerufen und dies kam auch wie gerufen.

Die Teilnahme mit unserem Projekt führte auch zum Erfolg, sodass der Bund das passive Breitbandnetz mit 90% Förderung unterstützte.

Mit dem Wärmenetz wurde somit parallel ein Lichtwellenleiter bis in die Häuser hinein verlegt. Dies nennt sich im Fachjargon „fibre-to-the-home“ (kurz FTTH). Somit erhielt jedes Genossenschafts-mitglied einen Glasfaseranschluss für die Nutzung von Mediendiensten wie Internet, Telefon und Fernsehen aber auch perspektivisch zur Fernüberwachung der Hausübergabestationen des Wärmenetzes. Auf  Wunsch wurden natürlich auch Nichtmitglieder in den Ortsteilen Schlöben und Zöttnitz an das FTTH-Netz angebunden. Der Ortsteil Rabis wurde mittels Glasfaserkabel bis zum örtlichen Verteilnetzkasten (FTTC fibre-to-the-city) mit schnellen Bandbreiten von mindestens 50MBit/s angeknüpft. Die Anbindung der anderen Ortsteile der Gemeinde wird als weitere Ausbaustufe aktuell geprüft. Die Voraussetzungen hierfür sind bereits geschaffen.

Im Heizhaus ist auch der zentrale Knotenpunkt der Glasfaseranbindung installiert – hier ist einerseits der sogenannte Backbone (engl. Rückgrat), also der Anschluss zur übergeordneten „Datenautobahn“, wie auch von hier die direkte Anbindung zu den einzelnen Haushalten.

Die gesamte passive Infrastruktur (Leerrohre, Lichtwellenleiter) wurden von der Gemeinde Schlöben errichtet, sodass sich ein Netzbetreiber und Dienstanbieter einmieten kann und so seine Multimedia-Dienste andienen kann.

Netzmieter ist derzeit die Thüringer Netkom GmbH, welche sich der Aufgabe stellt, auch den ländlichen Raum mit Breitbandangeboten zu versorgen. In Zusammenarbeit mit der Firma Encoline GmbH aus Gera konnten somit Breitbanddienste wie Internet, Telefonie und Fernsehen (sog. Triple-Play) mit Bandbreiten von mehr als 50Mbit/s ins Dorf gebracht werden.

Die Umsetzung des Breitbandausbaues setzte natürlich eine gewisse Anschlussdichte in den Ortsteilen voraus, gerade in der Option des Ausbaus des Netzes. Nur so können die Investitionen auf lange Sicht refinanziert werden.

Die Umsetzung des Breitbandausbaues setzte natürlich eine gewisse Anschlussdichte in den Ortteilen voraus, gerade in der Option des Ausbaues des Netzes. Nur so können die Investitionen auf lange Sicht refinanziert werden.